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Zwischen den Zeilen #230: Der Grund, weshalb die Menschheit ihr volles Potenzial nie erreicht

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Zwischen den Zeilen

Vieles von dem, worüber ich schreibe, findet „zwischen den Zeilen" statt; nicht nur in den offensichtlichen Aussagen, sondern im Nachdenken, Reflektieren und Weiterdenken. In Zitaten, die hängen bleiben. In Gesprächen, die nachklingen. In Gedanken, die auftauchen und im Kopf bleiben.Auch der Slogan bringt das auf den Punkt: „Neue Perspektiven für Menschen mit Zielen.“ Denn darum geht’s mir Woche für Woche: Impulse geben. Denkanstöße liefern. Mut machen, anders zu denken und neue Wege zu gehen.

Andreas Hobi

Neue Perspektiven
für Menschen mit Zielen


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In dieser Ausgabe:

  • 📅 Der Grund, weshalb die Menschheit ihr volles Potenzial nie erreicht
  • 👥 Weshalb wir Follower nicht mit Freunden verwechseln sollten
  • 💬 Ein Tipp für die Zusammenarbeit mit KI

Mein Lesetipp der Woche

Wenn man den Grund, warum die Menschheit ihr volles Potenzial nie erreicht hat, mit einem Wort benennen müsste, dann wäre es laut Jory MacKay: Meetings.

Hand aufs Herz: Wie viele Meetings hast Du in Deinem Leben erlebt, die etwas bewegt haben? Und wie viele, nach denen Du das Gefühl hattest, eine Stunde Deines Lebens vergeudet zu haben, ohne Ergebnis, ohne Entscheidung, ohne nächsten Schritt?

Das Problem ist, dass Meetings oft als Ersatzhandlung dienen. Man trifft sich, weil es sich nach Arbeit anfühlt. Weil Koordination wichtig klingt. Weil niemand später erklären möchte, warum man „nicht alle abgeholt“ hat. Also setzt man sich zusammen, redet viel und entscheidet wenig. Und geht danach auseinander mit dem diffusen Gefühl, dass jetzt noch mehr Arbeit vor einem liegt als vorher.

Meetings geben uns ein trügerisches Gefühl von Fortschritt. Aktivität wird mit Wirksamkeit verwechselt.

Welche Gespräche müssten wir gar nicht führen, wenn wir vorher klarer gedacht hätten? Welche Entscheidungen könnten wir alleine treffen, statt sie in eine Runde zu tragen? Und wo verstecken wir uns hinter schwammigen Gesprächen, weil echte Entscheidungen unbequem wären?

Mein Denkanstoß der Woche

Jonathan Haidt beschreibt in Generation Angst, wie sich Anfang der 2010er-Jahre etwas Grundlegendes verändert hat: Mit dem Siegeszug der Smartphones ist die Zahl unserer Bekanntschaften explodiert. Mehr Kontakte, mehr Interaktionen, mehr Zeitaufwand. Likes. Kommentare. Streaks. Und das oft mit Menschen, die uns gar nicht nahestehen.

Das Ergebnis ist paradox und gleichzeitig beunruhigend: Je mehr Bekanntschaften wir haben, desto weniger echte Freundschaften bleiben übrig.

Viele von uns haben heute kaum mehr Freunde, aber viele Follower. Wir interessieren uns nicht mehr für das Leben der anderen, wir konsumieren es als Content. Wir haben keine Menschen, bei denen wir verletzlich sein können, wir haben Menschen, die unsere Storys anschauen.

Das fühlt sich nach Nähe an. Ist es aber nicht. Nähe entsteht nicht dadurch, dass jemand weiß, was Du gestern gegessen hast oder wo Du im Urlaub warst. Nähe entsteht dort, wo Du Dinge sagen kannst, die nicht in eine Story passen. Zweifel. Unsicherheiten. Gedanken, die man nicht öffentlich postet.

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum sich so viele Menschen trotz permanenter Vernetzung einsam fühlen. Nicht weil sie zu wenig Kontakt haben, sondern weil zu wenig davon echt ist.

Mein Aha-Erlebnis der Woche

Mir fällt auf, dass viele Menschen einen bestimmten Fehler in der Zusammenarbeit mit KI immer wieder machen: Die meisten Menschen bekommen keine schlechten Antworten, weil KI „noch nicht gut genug“ ist, sie bekommen schlechte Antworten, weil sie schlechte Fragen stellen.

Wenn Du sagst „Fass das mal zusammen“, leidet die Qualität spürbar. Nicht ein bisschen. Spürbar. Sobald Du der KI sagst, in welcher Form Du die Antwort haben möchtest, und ihr ein paar Hintergrundinfos dazu gibst, verändert sich etwas. Gleiches Modell. Gleiche Daten. Anderes Ergebnis.

Denn hier geht es im Grunde gar nicht um KI. Es geht um Denken.

Vage Fragen sind ein Zeichen für vages Denken. Struktur zwingt zur Klarheit. Wenn Du eine Tabelle, eine Liste oder ein bestimmtes Format verlangst, führst Du nicht nur die KI, Du zwingst Dich selbst, zu entscheiden, was wichtig ist. Was soll verglichen werden? Was verdient eine eigene Spalte? Was ist nur Beiwerk?

Die KI spiegelt das zurück.

Das gilt weit über KI-Prompts hinaus. Für Meetings. Für E-Mails. Für Feedback. Und ja, sogar für Gespräche mit Menschen, die Dir wichtig sind. „Kannst Du da mal drüberschauen?“ führt fast immer zu mittelmäßigen Ergebnissen. „Kannst Du das bitte mit Blick auf Verständlichkeit und Fehler prüfen?“ eher nicht.

Wenn Dich das nächste Mal eine KI-Antwort enttäuscht, frag Dich nicht, ob das Tool gut genug ist. Frag Dich, ob Deine Frage gut genug war.


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Zwischen den Zeilen

Vieles von dem, worüber ich schreibe, findet „zwischen den Zeilen" statt; nicht nur in den offensichtlichen Aussagen, sondern im Nachdenken, Reflektieren und Weiterdenken. In Zitaten, die hängen bleiben. In Gesprächen, die nachklingen. In Gedanken, die auftauchen und im Kopf bleiben.Auch der Slogan bringt das auf den Punkt: „Neue Perspektiven für Menschen mit Zielen.“ Denn darum geht’s mir Woche für Woche: Impulse geben. Denkanstöße liefern. Mut machen, anders zu denken und neue Wege zu gehen.