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Andreas Hobi |
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Neue Perspektiven für Menschen mit Zielen |
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In dieser Ausgabe:
- 🦥 Weshalb Du eine schwierige Aufgabe manchmal einem Faulpelz geben solltest
- 🎤 Weshalb es ok ist, Dich noch nicht bereit zu fühlen
- 👀 Weshalb wir andere nachahmen
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Mein Lesetipp der Woche
Ein Chrysler-Manager sagte einmal sinngemäß: Wenn Du eine schwierige Aufgabe hast und keinen einfachen Weg findest, dann gib sie einem Faulpelz. Nach zehn Tagen wird er einen einfachen Weg gefunden haben.
Faulheit als Strategie? In einer Welt, in der Disziplin, Durchhalten und „Zähne zusammenbeißen“ als Tugenden gelten, klingt das komisch. Aber oft ist es nicht fehlender Wille, der uns blockiert, sondern unnötige Komplexität. Wir machen Dinge kompliziert, weil wir glauben, sie müssten kompliziert sein. Wir akzeptieren Prozesse, die Zeit fressen, weil sie „halt so laufen“. Und wir verwechseln Beschäftigtsein mit Fortschritt.
Ein Faulpelz hat einen entscheidenden Vorteil: Er will möglichst wenig Energie verschwenden. Er sucht nicht nach dem ruhmreichen Weg, sondern nach dem funktionierenden. Nicht nach der perfekten Lösung, sondern nach der einfachsten, die ihren Zweck erfüllt. Darin liegt seine Stärke. (Wer die Serie Gilmore Girls gesehen hat, erinnert sich vielleicht noch daran, wie Jess an die Dinge heranging …)
Vielleicht ist produktiv sein weniger eine Frage von mehr Anstrengung als von besseren Fragen. Muss das wirklich so gemacht werden? Was wäre der kürzeste Weg? Was würde ich streichen, wenn ich nur die Hälfte der Zeit hätte? Und was tue ich eigentlich nur, weil ich es schon immer so getan habe?
Ich merke bei mir selbst immer wieder, dass echte Fortschritte oft dann entstehen, wenn ich mir erlaube, ein wenig „faul“ zu sein. Nicht im Sinne von Däumchen drehen, sondern im Sinne von klug. Weniger Reibung, weniger Umwege, weniger unnötiger Ehrgeiz.
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Mein Denkanstoß der Woche
Niemand ist jemals wirklich bereit.
Nicht für das erste eigene Unternehmen. Nicht für die erste Führungsrolle. Nicht für den Moment, in dem man plötzlich vorn steht und andere einen erwartungsvoll anschauen.
Wir tun trotzdem oft so, als müsste man erst ein inneres Signal abwarten: mehr Selbstvertrauen. Mehr Sicherheit. Mehr Gewissheit.
Das Problem: Dieses Signal kommt selten aus dem Nichts.
Wenn Du erst dann loslegst, wenn Du Dir zu 100 % sicher bist, dass es klappt, wirst Du kaum etwas wagen. Und fast nichts lernen.
Viele Menschen bleiben hier stehen. Sie probieren nichts aus, solange sie nicht sicher sind, keine Fehler zu machen. Und wundern sich dann, warum sich nichts verändert.
Dabei ist eine andere Haltung viel hilfreicher und ehrlicher:
Es ist in Ordnung, Angst zu haben. Es ist in Ordnung, unsicher zu sein. Es ist in Ordnung, Dich unbehaglich zu fühlen.
Aber fang an. Dort, wo Du gerade stehst. Das ist die Grundeinstellung der diszipliniertesten und erfolgreichsten Menschen, die ich kenne: Sie warten nicht auf Selbstvertrauen. Sie handeln und lassen Selbstvertrauen als Nebenprodukt entstehen.
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Mein Aha-Erlebnis der Woche
Gurwinder Bhogal beschreibt den Menschen als erstaunlich berechenbar. (Das ist auch einer der Gründe, weshalb Künstliche Intelligenz uns so gut imitieren kann.) Und einer der Hauptgründe dafür ist laut ihm unsere tiefe Neigung, einander nachzuahmen. Wir beobachten, wir kopieren, wir passen uns an. Oft unbewusst, oft automatisch.
Gurwinder Bhogals Beispiel mit dem Einkaufswagen aus dem Jahr 1937 bringt das wunderbar auf den Punkt. Die Idee war objektiv sinnvoll. Einkaufswagen machten Einkaufen einfacher, effizienter, bequemer. Und trotzdem lehnten die Menschen sie zunächst ab. Nicht, weil sie schlecht waren, sondern weil sie neu waren. Weil niemand sonst sie benutzte. Erst als bezahlte Schauspieler (!) anfingen, die Wagen wie selbstverständlich durch den Laden zu schieben, änderte sich die Meinung. Plötzlich war der Einkaufswagen normal. Und kurz darauf unverzichtbar.
Ich finde das faszinierend, weil es so viel über unseren Alltag verrät. Wie oft entscheidest Du Dich nicht aufgrund Deiner eigenen Überzeugung, sondern weil Du siehst, was andere tun (oder nicht tun)? Welche Tools Du nutzt, wie Du arbeitest, worüber Du Dich aufregst, wofür Du Dich schämst, was Du für erstrebenswert hältst. Vieles davon entsteht nicht in Dir, sondern zwischen Dir und den Menschen um Dich herum.
Das ist weder gut noch schlecht. Es ist menschlich. Problematisch wird es erst dann, wenn wir glauben, wir seien unabhängig in unserem Denken. Wenn wir uns einreden, unsere Entscheidungen seien rational, objektiv und individuell. In Wahrheit bewegen wir uns oft auf unsichtbaren Schienen, gelegt von Vorbildern, Trends, Algorithmen und sozialen Erwartungen. Und je weniger wir uns dessen bewusst sind, desto stärker wirken diese Kräfte.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum Veränderungen sich so schwer anfühlen. Nicht, weil sie kompliziert sind, sondern weil sie uns aus dem Gleichklang herausziehen. Wenn Du anders denkst, anders arbeitest oder andere Prioritäten setzt, fühlt es sich schnell falsch an. Nicht unbedingt, weil es falsch ist, sondern weil es ungewohnt ist. Weil es noch nicht genug andere gibt, die es Dir gleich tun.
Gleichzeitig liegt darin auch eine enorme Chance. Denn wenn wir uns ohnehin aneinander orientieren, dann zählt jedes einzelne Beispiel mehr, als wir denken. Jemand muss anfangen, den Einkaufswagen zu schieben. Jemand muss zeigen, dass ein anderer Umgang mit Zeit, Arbeit oder Technologie möglich ist. Und plötzlich wird etwas, das eben noch seltsam wirkte, selbstverständlich.
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