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Zwischen den Zeilen #205: Wie ein großes Unternehmen alle Meetings und Mails abschaffte

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Zwischen den Zeilen

Vieles von dem, worüber ich schreibe, findet „zwischen den Zeilen" statt; nicht nur in den offensichtlichen Aussagen, sondern im Nachdenken, Reflektieren und Weiterdenken. In Zitaten, die hängen bleiben. In Gesprächen, die nachklingen. In Gedanken, die auftauchen und im Kopf bleiben.Auch der Slogan bringt das auf den Punkt: „Neue Perspektiven für Menschen mit Zielen.“ Denn darum geht’s mir Woche für Woche: Impulse geben. Denkanstöße liefern. Mut machen, anders zu denken und neue Wege zu gehen.

Andreas Hobi

Neue Perspektiven
für Menschen mit Zielen

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In dieser Ausgabe:

  • 🗿 Weshalb es den Steinzeitmenschen angeblich besser ging als uns
  • 👩🏻‍⚖️ Der Unterschied zwischen Problemlösern und Problemverkäufern
  • 🥳 Weshalb Gedanken an schöne Dinge Dich produktiver machen
  • 📧 Wie ein großes Unternehmen alle Meetings und Mails abschaffte

Mein Lesetipp der Woche

Die „große Errungenschaft“ der Menschheit – die Landwirtschaft – war kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt. Das jedenfalls behauptet Yuval Noah Harari in Eine kurze Geschichte der Menschheit. Er zeigt, dass die Agrarrevolution zwar mehr Menschen das Überleben sicherte, aber gleichzeitig das Leben des Einzelnen verschlechterte.

Die Jäger und Sammler vor rund 10'000 Jahren lebten laut Harari abwechslungsreicher, nährstoffreicher und gesünder. Sie hatten keine Felder, die mühsam bestellt werden mussten, keine Hungersnöte durch Missernten, keine dichten Siedlungen, in denen Krankheiten wie ein Lauffeuer ausbrachen. Ihre Ernährung war vielfältiger, ihre Körper kräftiger, und wer die Kindheit überstand, hatte gute Chancen, ein Alter von sechzig, siebzig oder sogar achtzig Jahren zu erreichen.

Und dann kam die Landwirtschaft. Mehr Kalorien, mehr Menschen; und gleichzeitig: mehr Arbeit, mehr Krankheiten, mehr Leid. Harari schreibt: Die Währung der Evolution ist nicht Glück oder Lebensqualität, sondern möglichst viel DNA. Aus Sicht der Evolution war die Landwirtschaft ein Riesenerfolg: Die Menschheit vermehrte sich explosionsartig. Aus Sicht des Einzelnen dagegen war es oft ein persönlicher Verlust: weniger Freiheit, mehr Plackerei, ein ärmeres Leben.

Besonders spannend finde ich den Vergleich mit den Tieren. Für die Haustiere als Gesamtheit war die Domestizierung ein Triumph; noch nie gab es so viele Rinder, Schweine oder Hühner wie heute. Doch das individuelle Tier lebt oft ein kurzes Leben. Der Erfolg der Art bedeutet nicht automatisch das Glück des Individuums.

Das führt zu einer unbequemen Frage: Wie messen wir unseren „Fortschritt“? In mehr Geld? Mehr Klicks? Mehr Likes? Mehr Verantwortung bei der Arbeit? Oder sollten wir uns auch fragen: Geht es mir als Individuum besser oder bin ich nur Teil eines „kollektiven Erfolgs“, der mich selbst gar nicht glücklicher macht?

Vielleicht lohnt es sich, hier und da einen Schritt zurückzutreten. Nicht nur zu schauen, wie viel „DNA“, oder in unserer modernen Welt: wie viele Erfolge, Statussymbole oder To-dos, wir anhäufen. Sondern zu prüfen: Wie lebe ich? Bin ich gesünder, freier, zufriedener? Oder opfere ich meinen Alltag einem größeren „System“, das zwar wächst, aber mich selbst auszehrt?

Wirf jetzt einen Blick in das Buch:

Mein Denkanstoß der Woche

Kennst Du den Unterschied zwischen einem Problemlöser und einem Problemverkäufer?

Ein Problemlöser nimmt ein Thema, das auf den ersten Blick riesig wirkt, und zerlegt es in kleine Teile. Plötzlich wird aus dem unüberschaubaren Chaos eine Reihe von Schritten, die man nacheinander gehen kann. Jeder Teil für sich ist lösbar, und irgendwann merkt man: Das große Problem ist gar nicht mehr so groß.

Ein Problemverkäufer hingegen macht das Gegenteil. Politiker, Medien, aber auch manche Menschen im Alltag haben ein Talent dafür, viele kleine Herausforderungen zu einem gigantischen Berg zusammenzuschieben. Plötzlich steht da ein Monster, das unüberwindbar wirkt. Aus ein paar lösbaren Schwierigkeiten wird ein „unlösbares“ Weltproblem, das vor allem Angst macht.

Das Spannende daran: Beide Seiten nutzen im Grunde denselben Rohstoff: kleine Probleme. Die einen sortieren, strukturieren und schaffen Klarheit. Die anderen verknüpfen, übertreiben und schaffen Dramatik. Ob Du Dich gerade gelähmt fühlst oder handlungsfähig, hängt weniger vom Problem selbst ab, sondern vielmehr davon, wie es präsentiert wird oder wie Du es selbst betrachtest.

Mein Aha-Erlebnis der Woche

Shawn Achor beschreibt in seinem Buch Das Happiness-Prinzip, wie bereits vierjährige Kinder durch ein kurzes, positives Gefühl deutlich bessere Leistungen erbringen. Sie sollten nichts anderes tun, als kurz an etwas zu denken, das sie glücklich macht, und schon lösten sie Aufgaben schneller und mit weniger Fehlern. Das funktioniert auch bei Erwachsenen und es zeigt: Unser Gehirn ist nicht einfach ein nüchterner Prozessor, der immer gleich arbeitet. Es reagiert darauf, wie wir uns fühlen. Freude macht uns kreativer, offener und lösungsorientierter.

Ein weiteres Experiment, das Achor beschreibt, zeigt die Kehrseite: Menschen mussten eine Rede unter Zeitdruck halten – mit Kamera, Bewertung durch Kollegen, und allem Drum und Dran. Herzschlag und Blutdruck gingen nach oben, Unsicherheit breitete sich aus. Doch nach einem kurzen „Impuls“ von positiven Gefühlen, ausgelöst durch ein Video, beruhigten sich Körper und Geist schneller. Die Teilnehmer fühlten sich nicht nur besser, sie konnten sich auch rascher wieder auf ihre Aufgabe konzentrieren. Positive Emotionen wirkten wie ein Gegengift gegen Stress.

Was heißt das für Dich? Ganz einfach: Wenn Du im Alltag einen klareren Kopf haben, kreativer denken oder besser mit Druck umgehen willst, dann lohnt es sich, bewusst Momente der Freude einzubauen. Ein kurzer Gedanke an etwas Schönes, ein lustiges Video, ein Lied, das Dir gute Laune macht. Das alles kann Dein Gehirn in Sekunden in eine bessere „Betriebsart“ versetzen.

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Aus meiner Feder

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Zwischen den Zeilen

Vieles von dem, worüber ich schreibe, findet „zwischen den Zeilen" statt; nicht nur in den offensichtlichen Aussagen, sondern im Nachdenken, Reflektieren und Weiterdenken. In Zitaten, die hängen bleiben. In Gesprächen, die nachklingen. In Gedanken, die auftauchen und im Kopf bleiben.Auch der Slogan bringt das auf den Punkt: „Neue Perspektiven für Menschen mit Zielen.“ Denn darum geht’s mir Woche für Woche: Impulse geben. Denkanstöße liefern. Mut machen, anders zu denken und neue Wege zu gehen.