WEEKLY UPDATE #183: Gib alles oder entspanne Dich komplett


In meinem WEEKLY UPDATE findest Du jeden Sonntag um 17:00 Uhr wertvolle Tipps und Informationen aus dem Bereich des Zeit- und Selbstmanagement.


gelesen

Kennst Du das Gefühl, den ganzen Tag beschäftigt zu sein, aber am Ende nicht wirklich etwas geschafft zu haben? Du hast E-Mails beantwortet, an einem Projekt gearbeitet, abends ein wenig in einem Buch gelesen; alles in einem Zustand, der weder voll fokussiert noch voll entspannt war. Willkommen im „anxious middle“, wie es der Social Media-Berater Charles Miller es nennt: jenem diffusen Raum zwischen Produktivität und Erholung, in dem wir weder richtig vorankommen noch richtig abschalten.

Miller schlägt vor, klare Gegensätze zu setzen: Gib alles oder entspanne Dich komplett. Wenn Du arbeitest, dann richtig. Versinke in ein Projekt, tauche tief ein. Wenn Du trainierst, dann so, dass Du danach ausgepowert bist. Und wenn Du entspannst, dann wirklich; ohne heimlich die To-do-Liste im Kopf weiterzuspinnen.

Genau da liegt die Herausforderung: Wir haben oft verlernt, uns entweder voll zu fokussieren oder komplett loszulassen. Stattdessen hängen wir irgendwo dazwischen, checken beim Abendessen noch Mails, grübeln beim Sport über Probleme oder lassen uns in der Mittagspause von Instagram berieseln, ohne uns richtig zu erholen.

Was wäre, wenn Du stattdessen bewusst Tempo-Phasen und Ruhe-Phasen in Deinen Tag einbaust? Morgens drei Stunden tief in eine Aufgabe eintauchen, dann eine ausgedehnte Mittagspause ohne Handy. Am Nachmittag noch einmal Gas geben, am Abend dann ein langes Essen mit Freunden, ohne ständig auf die Uhr zu schauen.


gedacht

Wenn wir an Selbstkontrolle denken, dann oft als etwas, das tief in uns verankert ist; eine Tugend, die Du entweder besitzt oder nicht. Manche haben sie in rauen Mengen, andere scheinen daran zu scheitern, sobald eine Verlockung in Sichtweite ist. Aber was wäre, wenn Selbstkontrolle weniger eine Eigenschaft von Menschen wäre und mehr eine Eigenschaft von Orten?

Denk mal darüber nach: Es gibt Umgebungen, die uns fast automatisch zu besseren Entscheidungen führen. Eine Bibliothek etwa zwingt Dich nicht aktiv dazu, konzentriert zu sein – aber irgendwie sitzt Du da drin und plötzlich liest Du ein Buch, anstatt auf TikTok herumzuscrollen. Im Fitnessstudio fällt es Dir leichter, Gewichte zu heben als auf dem Sofa zu Hause. In einer chaotischen Küche mit offenen Chipstüten fällt es schwerer, gesund zu essen als in einer aufgeräumten Küche mit einem Teller Obst in Reichweite.

Selbstkontrolle ist nicht nur ein Muskel, den Du trainieren musst. Sie ist auch eine Frage der Architektur Deines Alltags. Wir alle haben nur begrenzte Willenskraft, aber wir können uns klug positionieren. Die beste Strategie für mehr Selbstkontrolle ist nicht, sich ständig zu disziplinieren, sondern sich Orte und Situationen zu suchen, die diese Disziplin überflüssig machen.


gelernt

Vielleicht suchst Du einen gut bezahlten Job, und die Auswahl ist begrenzt; nicht, weil Du unqualifiziert bist, sondern weil ein einziges Unternehmen den Arbeitsmarkt in Deiner Stadt dominiert. Es zahlt schlecht, aber es gibt kaum Alternativen. Willkommen im Monopson, der weniger bekannten, aber genauso problematischen Schwester des Monopols.

Rogé Karma beschreibt in seinem Artikel The Walmart Effect, wie Unternehmen wie Walmart ihre Marktmacht nutzen, um Löhne niedrig zu halten. Wenn ein einzelner Arbeitgeber so groß wird, dass er den Arbeitsmarkt kontrolliert, haben Beschäftigte kaum Verhandlungsspielraum. Dieses Prinzip gilt nicht nur für den US-amerikanischen Einzelhandel; auch in unserem Land gibt es vergleichbare Entwicklungen.

Hierzulande stehen nicht Walmart, sondern andere Handelsriesen im Fokus. Unternehmen wie Aldi, Edeka oder Lidl haben in vielen Regionen eine Marktmacht erreicht, die kleineren Wettbewerbern das Wasser abgräbt. In ländlichen Gebieten kann das bedeuten: Wer im Einzelhandel arbeiten will, landet fast zwangsläufig bei einem dieser Arbeitgeber; mit entsprechend wenig Druckmittel bei Gehaltsverhandlungen.

Doch das Phänomen geht über den Handel hinaus. Auch in der Logistik oder in bestimmten industriellen Sektoren zeigt sich das Muster: Wenn ein großes Unternehmen in einer Region dominiert, gibt es für Arbeitnehmer kaum eine Alternative. Besonders problematisch wird es, wenn solch eine Marktmacht nicht nur die Löhne drückt, sondern auch die Arbeitsbedingungen verschlechtert, weil jeder weiß: Wer geht, findet kaum eine bessere Option.


geschrieben

Die Zwicky-Box: Das Werkzeug für mehr Kreativität, Innovation und bessere Entscheidungsfindung

Heute lernst Du die Zwicky-Box kennen, mit der Du die Effizienz Deines Gehirns um das Hundertfache steigern kannst.

Das zumindest behauptet der Erfinder dieser Methode. Du zweifelst jetzt vermutlich genau so daran, wie auch ich es tat, als ich zum ersten Mal davon hörte. Wenn es Dir aber so geht, wie mir damals, wirst Du Deine Meinung in 10 Minuten – nach dem Lesen dieses Artikels – geändert haben.

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