Mein Lesetipp der Woche
Scott Galloway schreibt in seinem Buch „Post Corona“:
Je stärker Du aufs Netzwerken angewiesen bist, desto wahrscheinlicher kompensierst Du mittelmäßige Arbeit.
Und das bestätigt, was ich schon seit Jahren glaube. Ich habe immer bezweifelt, dass Networking zwingend notwendig ist. Gute Arbeit setzt sich durch. Punkt. Was ich allerdings von einzelnen Menschen höre, von außen, gut gemeint, oft überzeugend vorgetragen: „Du musst als Dienstleister konstant Gespräche führen, aktiver auf Leute zugehen, mehr anschreiben, Dein Produkt den Leuten ins Gesicht drücken, mindestens drei Posts täglich auf LinkedIn publizieren.“
Die (vermeintliche) Logik dahinter: Mehr Kontakte gleich mehr Geschäft. Die entscheidende Frage ist nur, ob das tatsächlich so ist oder ob es vorwiegend dann gilt, wenn etwas Grundlegendes fehlt.
Die These von Scott Galloway setzt genau an diesem Punkt an. Seine These ist zugespitzt, aber nicht völlig von der Hand zu weisen. Denn wenn etwas gut ist, passiert häufig etwas anderes: Es wird durch die Kunden weiterempfohlen.
Ohne Nachfassen.
Ohne strategische Gespräche.
Ohne dass Du Dich aktiv ins Spiel bringen musst.
Genauso erlebe ich es bei den Leistungen, die ich selbst anbiete; dort funktioniert es zuverlässig. Jemand macht gute Erfahrungen, spricht darüber, und plötzlich verschiebt sich etwas: Du bist nicht mehr im Modus „verkaufen“, sondern im Modus „ausgewählt werden“.
Und dieser Unterschied ist größer, als er auf den ersten Blick wirkt. Denn wenn Dein Geschäft weiterempfohlen wird, verschiebt sich der Fokus automatisch: weg von künstlicher Sichtbarkeit, hin zu echter Substanz.
Vielleicht ist Networking kein Wachstumstreiber, sondern eher ein Indikator.