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Andreas Hobi |
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Neue Perspektiven für Menschen mit Zielen |
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In dieser Ausgabe:
- 🧠 KI wird immer leistungsfähiger, Du aber nicht
- 💬 Diskussionen, die sich nicht lohnen
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Mein Lesetipp der Woche
Diese Woche las ich den AI Index Report 2026: 423 Seiten; ein dicker Wälzer! Wenn ich den Report in einem Absatz zusammenfassen müsste, sähe das so aus:
KI verbreitet sich rasant, wird immer leistungsfähiger, aber viele Menschen kommen mit der richtigen Anwendung nicht hinterher. Bildung, Regeln, Bewertung, Umgang damit. Viele schaffen es nicht, Schritt zu halten.
Die meisten nutzen KI, als wäre sie einfach ein weiteres Werkzeug. Ein besseres Google. Ein schneller Texter. Ein praktischer Helfer für zwischendurch. Doch wer KI oberflächlich nutzt, lässt sich vielleicht mal eine Mail umschreiben oder ein PDF zusammenfassen und hat das Gefühl, am Puls der Zeit zu sein. Wer sie jedoch in den Alltag integriert, geht anders vor. Er nutzt sie, um Gedanken zu strukturieren, Optionen gegeneinander abzuwägen, blinde Flecken sichtbar zu machen. Um aus Meetings klare nächste Schritte abzuleiten oder aus einer vagen Idee schnell ein belastbares Arbeitsdokument zu entwickeln.
Die einen Menschen sparen Minuten. Die anderen verändern ihre Arbeitsweise.
Dass viele trotzdem auf der ersten Stufe stehenbleiben, liegt aus meiner Sicht daran, dass das eigene Denken unklar bleibt. KI ist da schonungslos: Sie verstärkt nicht nur gute Fragen, sondern auch schlechte. Wer unscharf denkt, bekommt schneller noch mehr Unschärfe. Wer keine Prioritäten setzen kann, produziert mit KI nicht plötzlich Klarheit, sondern einfach mehr Output. Genau das macht die Entwicklung für viele unbequem.
Der Abstand wird deshalb wachsen zwischen Menschen, die gelernt haben, mit KI klar zu denken, und denen, die sie wie eine bessere Autokorrektur behandeln. Im Alltag ist das greifbarer, als es klingt. Du kannst KI vor einem schwierigen Gespräch nutzen, um Einwände durchzuspielen und Deine Argumentation zu testen. Du kannst sie nach einem langen Tag mit Notizen, Mails und losen Gedanken füttern und Dir daraus drei klare Prioritäten für morgen ableiten lassen. Oder aus einer halb fertigen Idee erst eine Struktur entwickeln, dann eine Gegenposition und daraus eine umsetzbare Version. Das ist keine Spielerei. Es ist ausgelagerte Denkschärfe. Aber nur für den, der sie richtig nutzt.
Die meisten stellen sich hier die falsche Frage. Sie überlegen: Was kann KI für mich erledigen? Spannender wäre: Wo denke, entscheide und arbeite ich heute noch unnötig grob, langsam oder unsauber, obwohl ich längst ein System habe, das mich unterstützen könnte?
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Mein Denkanstoß der Woche
Du kannst mit kleinen, scheinbar harmlosen Dingen viel Zeit verlieren. Zum Beispiel in Diskussionen mit Idioten, die von Anfang an keine echte Chance haben, denn: Sich mit einem Idioten zu streiten, verändert nicht ihn, sondern Dich.
Viele überschätzen, wie sehr sich andere Menschen durch Argumente beeinflussen lassen. Sie glauben, sie müssten nur klar genug erklären, geduldig genug bleiben, logisch genug argumentieren. Du steckst Zeit, Fokus und Klarheit in eine Sache, von der Du nichts zurückerhältst. Im Gegenteil: Es zieht Dich auf ein Niveau, auf dem Du Dich rechtfertigst, statt etwas zu gestalten.
Wie viele Gespräche führst Du, weil Du denkst, Du müsstest sie führen? Wie oft erklärst Du Dinge ein zweites, drittes oder viertes Mal; nicht weil es sinnvoll ist, sondern weil es sich richtig anfühlt? Und wie oft fehlt Dir diese Zeit an anderer Stelle?
Die meisten verbinden Produktivität damit, mehr in weniger Zeit zu schaffen. Weniger fragen sich, wofür sie ihre Zeit überhaupt einsetzen. Wenn Du gewonnene Zeit wieder in ineffiziente Diskussionen steckst, hast Du nichts gewonnen.
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