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Zwischen den Zeilen #233: Können Depressionen auch Vorteile haben?

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Zwischen den Zeilen

Vieles von dem, worüber ich schreibe, findet „zwischen den Zeilen" statt; nicht nur in den offensichtlichen Aussagen, sondern im Nachdenken, Reflektieren und Weiterdenken. In Zitaten, die hängen bleiben. In Gesprächen, die nachklingen. In Gedanken, die auftauchen und im Kopf bleiben.Auch der Slogan bringt das auf den Punkt: „Neue Perspektiven für Menschen mit Zielen.“ Denn darum geht’s mir Woche für Woche: Impulse geben. Denkanstöße liefern. Mut machen, anders zu denken und neue Wege zu gehen.

Andreas Hobi

Neue Perspektiven
für Menschen mit Zielen


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In dieser Ausgabe:

  • 🌈 Warum Du das Glück nicht jagen solltest
  • ⛔ Weshalb Du manchmal auch zu Dir selbst nein sagen solltest
  • 🫥 Mehr über die provokante These, dass Depressionen auch Vorteile haben könnten

Mein Lesetipp der Woche

Gurwinder Bhogal schreibt: „Je mehr Du nach Glück strebst, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Du es erreichst, denn die Konzentration auf das Erreichen des Glücks verstärkt nur die Tatsache, dass Du es nicht hast. Ironischerweise fällt das Glück demjenigen am leichtesten, der sich keine Gedanken darüber macht.“

Wenn Du ehrlich bist, kennst Du diese innere Stimme vielleicht auch: Noch ein Ziel. Noch ein Meilenstein. Noch eine Optimierung. Dann bin ich glücklich.

Im gleichen Artikel zitiert Bhogal Henry David Thoreau: „Das Glück ist wie ein Schmetterling, je mehr Du ihm nachjagst, desto mehr wird er Dir ausweichen, aber wenn Du die anderen Dinge um Dich herum wahrnimmst, wird er sanft kommen und sich auf Deine Schulter setzen.“

Glück mag es offenbar nicht, verfolgt zu werden. Es reagiert allergisch auf Zwang. Auf Selbstoptimierungsdruck. Auf dieses „Ich sollte eigentlich zufriedener sein“. Ironischerweise scheint es dann aufzutauchen, wenn Du Dich in etwas vertiefst. In ein Gespräch. In Deine Arbeit. In einen Spaziergang ohne Podcast im Ohr. Wenn Du nicht kontrollierst, ob Du gerade glücklich bist.

Mein Denkanstoß der Woche

Alles, wozu Du Ja sagst, kostet Dich Energie, Motivation und Fokus.

Ein einzelnes Ja ist harmlos. Viele Ja hintereinander sind es nicht.

Wenn Du zu jeder spannenden Idee Ja sagst, zu jedem neuen Impuls, dann verteilst Du Deine Energie wie Konfetti. Am Ende war viel Aktion da, aber wenig Fortschritt.

Neue Ideen sind aufregend. Sie fühlen sich nach Fortschritt an. Nach Möglichkeiten. Nach „Das könnte groß werden“. Unser Gehirn liebt das. Und genau deshalb fällt es uns so schwer, uns selbst zu begrenzen. Deshalb hier ein kleiner Trick: Lege eine Datei für später an; einen „Für-später-Ordner“ für Ideen, Projekte, Impulse und Chancen. Das Entscheidende: Du sagst nicht endgültig Nein. Du sagst nur: Nicht jetzt.

Dein Gehirn ist beruhigt, weil es weiß: Das geht nicht verloren. Ich komme darauf zurück. Und dadurch bleibt Deine Motivation dort, wo sie gerade gebraucht wird.

Wenn Du mehr Energie für die Dinge haben willst, die zählen, dann musst Du bereit sein, zu den meisten Dingen Nein zu sagen. Und es ist viel leichter, wenn Dein Nein ein „für später“ ist.

Mein Aha-Erlebnis der Woche

Randolph M. Nesse und George C. Williams schreiben in Why We Get Sick, dass Depressionen möglicherweise auch eine soziale Funktion haben. Sie könnten ein Signal der Unterordnung sein, eine Art biologischer Rückzug, wenn jemand merkt: Diesen Kampf in der Hierarchie gewinne ich nicht.

Das ist erst einmal irritierend. Wir sprechen heute viel über Depression als Krankheit. Als Fehlfunktion. Und dann kommen zwei Evolutionsmediziner und sagen: Vielleicht ist das kein Defekt. Vielleicht ist es ein uraltes Anpassungsprogramm.

In der These von Nesse und Williams unterdrückt Depression das Handeln von Menschen, deren Fähigkeiten die Anführer bedrohen könnten. Wer sich zurückzieht, sendet ein Signal: „Ich greife nicht an. Ich stelle die Ordnung nicht infrage.“ Die Gefahr von Vergeltung sinkt. Der Überlegene bleibt am Leben, wenn auch leiser.

Noch spannender wird es bei einem Experiment mit Primaten, das Nesse und Williams beschreiben: Das Alphamännchen wurde entfernt. Ein anderes Männchen bekam Antidepressiva. Dieses Tier wurde das neue Alphamännchen. Serotonin als Hierarchie-Regler.

Ich frage mich, ob wir manchmal depressiv reagieren, weil wir uns innerlich weigern, eine Niederlage zu akzeptieren, aber gleichzeitig nicht den Mut haben, offen in den Konflikt zu gehen. Dann bleibt nur der Rückzug. Das ist keine einfache These. Und ganz sicher keine Erklärung für alle Formen von Depression, insbesondere klinischer Depression. Aber sie bringt zum Nachdenken.

Was, wenn manche unserer „Tiefs“ weniger Schwäche sind und mehr Strategie?

Aus meiner Feder

Ich erinnere mich noch gut an meine Zeit als Projektleiter in einem Zürcher ÖPNV-Unternehmen:

– Unzählige interne und externe Stakeholder
– Dauernd neue Anforderungen
– Politische Erwartungen
– Operative Zwänge

Arbeit gab es immer mehr als genug. Mein eigentliches Kernproblem war stets die Prioritätensetzung. Ich wusste: Ich werde heute nicht alles schaffen, was ich gerne schaffen würde. Also musste ich entscheiden. Was ist wirklich relevant? Was ist dringend und was fühlt sich nur dringend an? Wo braucht es eine saubere, klare Kommunikation, damit aus einem kleinen Missverständnis kein größeres Problem wird?

Ich wusste damals schon enorm viel über Zeit- und Selbstmanagement; kannte die Modelle, Methoden und Theorien. Und ich habe sie angewendet. Aber: Zu keinem Zeitpunkt war mein gesamtes Wissen abrufbar. Es gab immer diese Momente, in denen ich eigentlich gewusst hätte, wie ich eine Situation strukturieren sollte, nur fiel mir der entscheidende Gedanke erst viel später ein. Im Zug. Abends. Einfach zu spät.

Wie froh wäre ich damals gewesen, eine KI-Assistenz an meiner Seite zu haben. Eine, die mein gesamtes Wissen kennt, die meine Denkweise versteht, die meine Arbeitsmethoden verinnerlicht hat. Eine Assistenz, die mir zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Methoden und Vorgehensempfehlungen aufzeigt.

Heute gibt es genau das.

Mit der Confidos Akademie habe ich einen Kurs rund um Zeit- und Selbstmanagement entwickelt, kombiniert mit einer KI-Assistenz namens Tempora.

Tempora wurde gezielt auf mein Know-how, meine Denkweise und meine Arbeitsmethoden trainiert. Sie antwortet nicht generisch, sondern kontextbezogen; nicht theoretisch, sondern anwendbar; nicht allgemein, sondern fokussiert auf das, was in diesem Moment tatsächlich weiterhilft.

Und das Entscheidende: Jedes Unternehmen kann diese Lösung in kurzer Zeit für seine Mitarbeitenden implementieren.

Ich kann allen Entscheidern nur raten: Fordere die kostenlose Demoversion heute noch an. Teste den Kurs. Teste Tempora. Stelle ihr kritische, komplexe Fragen und prüfe sie auf Herz und Nieren.

Viele Testpersonen waren ehrlich überrascht. Nicht, dass es funktioniert, sondern wie gut.

Du verstehst den Unterschied erst richtig, wenn Du ihn erlebst.


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