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Zwischen den Zeilen #235: Was Zeit und Geld gemeinsam haben

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Zwischen den Zeilen

Vieles von dem, worüber ich schreibe, findet „zwischen den Zeilen" statt; nicht nur in den offensichtlichen Aussagen, sondern im Nachdenken, Reflektieren und Weiterdenken. In Zitaten, die hängen bleiben. In Gesprächen, die nachklingen. In Gedanken, die auftauchen und im Kopf bleiben.Auch der Slogan bringt das auf den Punkt: „Neue Perspektiven für Menschen mit Zielen.“ Denn darum geht’s mir Woche für Woche: Impulse geben. Denkanstöße liefern. Mut machen, anders zu denken und neue Wege zu gehen.

Andreas Hobi

Neue Perspektiven
für Menschen mit Zielen


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In dieser Ausgabe:

  • 📈 Solltest Du wirklich von den Erfolgreichen lernen?
  • ⏳ Was Zeit und Geld gemeinsam haben
  • 💊 Was Du aus der Entwicklung von Medikamenten für Dein Leben lernen kannst

Mein Lesetipp der Woche

„Mach es wie Steve Jobs.“
„Lerne von Elon Musk.“
„Kopiere die Strategien der Erfolgreichen.“

Solche Sätze begegnen Dir überall. Wenn jemand erfolgreich ist, warum nicht einfach nachmachen, was funktioniert hat?

Der französische Dichter und Philosoph Paul Valéry sieht das anders. Er sagt: Es geht nicht darum, die Taten großer Persönlichkeiten zu wiederholen. Es geht darum, ihre Denkweise zu verstehen. Denn was damals funktioniert hat, war immer ein Produkt seiner Zeit. Andere Umstände. Andere Möglichkeiten. Andere Probleme. Wenn Du heute einfach nur kopierst, kopierst Du die Vergangenheit. Und die ist vorbei.

Was Du stattdessen brauchst, ist ein Gespür dafür, warum jemand so gehandelt hat, wie er gehandelt hat. Welche Denkweise dahintersteckte. Welche Haltung. Welche Prinzipien.

Die spannende Frage ist nicht: „Was haben sie getan?“ Sondern: „Wie haben sie gedacht?“

Und noch wichtiger: „Wie würden sie mit diesem Denken heute handeln; in meiner Realität, mit meinen Möglichkeiten?“

Mein Denkanstoß der Woche

Nimm jetzt bitte einen 10-Euro-Schein aus Deiner Tasche und verbrenne ihn.

Ich nehme mal an, dass Du dieser Aufforderung nicht nachgekommen bist. Vermutlich, weil Dir Geld wichtig ist und Du Geld wertvoll findest: Du schützt Dein Geld. Du überlegst Dir, wofür Du es ausgibst. Du vergleichst Preise, optimierst, planst.

Geld ist sichtbar. Messbar. Greifbar.

Zeit hingegen? Die wird gerne verschwendet.

Wenn jemand Geld verschwendet, wirkt das irrational. Fast schon verrückt. Wenn jemand Zeit verschwendet, wirkt das… normal. Oder schlimmer: Wir nennen es „produktiv“. Denn wir haben gelernt, ein bestimmtes Verhalten zu bewundern: Busy sein. Voller Kalender. Back-to-back-Meetings. Keine Pause. Immer beschäftigt.

Aber was passiert da eigentlich? Oft nichts anderes, als dass Zeit verbrannt wird; nur eben gut getarnt.

Was wäre, wenn Du Deine Zeit genauso behandelst wie Dein Geld? Wenn Du bewusst entscheidest, wofür Du sie „ausgibst“? Wenn Du anfängst, Zeit nicht nur zu nutzen, sondern zu investieren?

Denn am Ende ist Zeit die einzige Währung, die Du nie zurückbekommst. Geld kannst Du verlieren und wieder verdienen. Zeit nicht.

Und falls Du in einem Unternehmen arbeitest (oder eines führst) und Dich fragst, wie Deine Mitarbeitenden ihre Zeit bewusster und produktiver einsetzen können: Gemeinsam mit der Confidos Akademie habe ich einen Kurs entwickelt, der dabei unterstützt. Wenn Du als Entscheider prüfen möchtest, ob das für Dein Unternehmen passt, kannst Du die kostenlose Demoversion anfordern und Dir selbst ein Bild machen: https://www.confidos-akademie.de/zeitmanagement-mit-ki-klarer-fokus-und-digitalen-denkpartnern/

Mein Aha-Erlebnis der Woche

Stell Dir vor, es gäbe ein Medikament, das Alzheimer verhindert, bevor die ersten Anzeichen auftreten. Kein schleichendes Vergessen, kein langsamer Verlust der eigenen Identität. Das klingt nach einem echten Durchbruch, oder?

Ein solches Medikament wird in absehbarer Zeit vermutlich nicht entwickelt. Nicht weil es unmöglich oder schwierig wäre. Sondern weil es sich schlicht nicht rechnet.

Dr. Mai Thi Nguyen-Kim hat dieses Problem sehr präzise auf den Punkt gebracht und sie zeigt auf: Die Entwicklung von Medikamenten zur Prävention braucht Zeit. Viel Zeit. Bei einem Medikament gegen eine bereits ausgebrochene Krankheit sieht man in der Testphase und im Zulassungsprozess relativ schnell, ob es wirkt. Symptome verbessern sich oder nicht. Werte verändern sich. Der Zustand stabilisiert sich. Bei Prävention ist das grundlegend anders, denn hier geht es ja darum, dass etwas nicht passiert. Um das zuverlässig zu belegen, muss man Menschen über viele Jahre begleiten und beobachten, ob sie tatsächlich seltener oder später erkranken als andere.

Bei Alzheimer, einer Krankheit, die sich über Jahrzehnte entwickelt, bedeutet das: Studien müssen extrem lang laufen, es braucht viele Teilnehmer, und das alles ohne die Garantie, dass am Ende ein klares Ergebnis herauskommt. Zehn Jahre oder länger, bis man sagen kann, ob ein präventives Mittel einen Unterschied macht. Das Problem dabei: Diese lange Zeitspanne kollidiert direkt mit der begrenzten Laufzeit von Patenten. Wenn ein Medikament erst nach so vielen Jahren seinen Nutzen „bewiesen" hat, bleibt kaum noch Zeit, es wirtschaftlich exklusiv zu vermarkten. Die Investition lohnt sich nicht. Zumindest nicht finanziell.

Wir stecken enorme Ressourcen darin, Krankheiten ein Stück weit hinauszuzögern, aber vergleichsweise wenig darin, sie gar nicht erst entstehen zu lassen.

Das ist kein Vorwurf an einzelne Menschen oder Unternehmen. Es ist ein System, das so funktioniert, wie es gebaut wurde. Mit den Anreizen, die es hat.

Du und ich können das aktuell nicht ändern. Aber ändern kannst Du, wie Du in Deinem persönlichen Leben entscheidest: Wo in Deinem eigenen Leben machst Du es genauso? Wie oft reagierst Du auf Probleme, anstatt sie frühzeitig abzuwenden? Wie oft wartest Du, bis etwas dringend wird, obwohl Du längst wusstest, dass es kommt? Und wie oft fehlt Dir schlicht der innere Antrieb, heute etwas zu tun, dessen Nutzen Du erst in ein paar Jahren spüren wirst?


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Zwischen den Zeilen

Vieles von dem, worüber ich schreibe, findet „zwischen den Zeilen" statt; nicht nur in den offensichtlichen Aussagen, sondern im Nachdenken, Reflektieren und Weiterdenken. In Zitaten, die hängen bleiben. In Gesprächen, die nachklingen. In Gedanken, die auftauchen und im Kopf bleiben.Auch der Slogan bringt das auf den Punkt: „Neue Perspektiven für Menschen mit Zielen.“ Denn darum geht’s mir Woche für Woche: Impulse geben. Denkanstöße liefern. Mut machen, anders zu denken und neue Wege zu gehen.