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Zwischen den Zeilen 232: Weshalb es falsch ist, Deine Ziele zu visualisieren

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Zwischen den Zeilen

Vieles von dem, worüber ich schreibe, findet „zwischen den Zeilen" statt; nicht nur in den offensichtlichen Aussagen, sondern im Nachdenken, Reflektieren und Weiterdenken. In Zitaten, die hängen bleiben. In Gesprächen, die nachklingen. In Gedanken, die auftauchen und im Kopf bleiben.Auch der Slogan bringt das auf den Punkt: „Neue Perspektiven für Menschen mit Zielen.“ Denn darum geht’s mir Woche für Woche: Impulse geben. Denkanstöße liefern. Mut machen, anders zu denken und neue Wege zu gehen.

Andreas Hobi

Neue Perspektiven
für Menschen mit Zielen


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In dieser Ausgabe:

  • 💬 Weshalb es so wichtig ist, dass Menschen miteinander reden
  • 🔍 Weshalb Interesse Dich nicht weiterbringt
  • 🎯 Weshalb es falsch ist, seine Ziele zu visualisieren

Mein Lesetipp der Woche

Vor ein paar Tagen bin ich über zwei Passagen von Jordan Peterson im Buch „12 Rules For Life“ gestolpert. Und ich dachte: Eigentlich wissen wir das alles. Und trotzdem leben wir oft das Gegenteil.

Jordan Peterson beschreibt dort ein echtes Gespräch: Einer spricht. Der andere hört zu. Er hört ernsthaft zu. Kein inneres Formulieren der eigenen Antwort. Kein gedankliches Abschweifen. Einfach zuhören. Warum ist das so wichtig? Weil wir, wenn wir erzählen, Ordnung in unser eigenes Denken bringen. Wir sortieren das Chaos. Wir strukturieren das Unangenehme. Wir geben dem Unfassbaren eine Form. Und in diesem Moment passiert etwas Entscheidendes: Aus diffusem Druck wird eine Geschichte. Aus einem Knoten im Kopf wird ein Gedanke.

Peterson schreibt: Wenn wir niemanden haben, dem wir unsere Geschichte erzählen können, werden wir wirr im Kopf. Wie Messis, die Dinge horten, aber nie sortieren.

Vielleicht kennst Du das: Etwas beschäftigt Dich seit Tagen. Du denkst immer wieder darüber nach, aber es wird nicht klarer. Dann sprichst Du mit jemandem darüber. Und plötzlich hörst Du Dich selbst sagen, was eigentlich die Ursache des Problems ist. Nicht, weil Dein Gegenüber Dir einen klugen Rat gegeben hätte. Sondern weil Du beim Erzählen Deine eigenen Gedanken ordnest.

Es ist erstaunlich, was Menschen erzählen, wenn man ihnen Aufmerksamkeit schenkt. Ohne vorschnelle Urteile. Ohne sofortige Bewertung. Ohne den Reflex, es besser zu wissen.

Wir leben in einer Zeit, in der jeder sendet. Social Media. Sprachnachrichten. Meetings. Kommentare. Aber wie viele echte Gespräche führst Du pro Woche? Gespräche, in denen Du Dich traust, Unfertiges auszusprechen? Gespräche, in denen Du jemandem Raum gibst, seine Gedanken zu sortieren?

Vielleicht brauchen wir weniger Content. Und mehr Gespräch.

Mein Denkanstoß der Woche

Fast jeder ist interessiert.

Interessiert daran, ein Buch zu schreiben.
Interessiert daran, zehn Kilo abzunehmen.
Interessiert daran, einen Marathon zu laufen.
Interessiert daran, schuldenfrei zu sein.

Und manche sind sogar daran interessiert, reich oder berühmt zu werden. Mit Jacht, Villa und Privatjet.

Aber Interesse ist billig. Es kostet Dich nichts. Entscheidung hingegen kostet. Sie verpflichtet Dich.

Die meisten Menschen haben ein falsches Bild von Motivation. Sie glauben: Erst bin ich motiviert, dann handle ich. In Wahrheit läuft es andersherum: Du handelst. Und dann kommt die Motivation. Es ist wahrscheinlicher, dass Du Dich in ein Gefühl hinein handelst, als dass Du Dich in eine Handlung hinein fühlst.

Eine Schriftstellerin fühlt sich nicht inspiriert? Dann schreibt sie trotzdem. Und wenn es nur wirres Zeug ist. Irgendwann fängt der Kopf an mitzuarbeiten.

Du willst nicht abwaschen?
Nicht diesen unangenehmen Anruf machen?
Nicht mit dem Training anfangen?

Dann hör auf zu denken. Fang an.

Dieser „mechanische Ansatz“ wirkt unspektakulär, aber er funktioniert. Du tust, was getan werden muss. Ohne Drama. Ohne innere Debatte. Und plötzlich merkst Du: Es geht ja.

Viele Menschen wünschen sich ein anderes Leben. Aber sie bleiben beim Wunsch stehen. Wenn Du wirklich beschließt, etwas zu erreichen, veränderst Du Dein Verhalten. Und Dein Verhalten entscheidet.

Mein Aha-Erlebnis der Woche

Wenn Du an Dein großes Ziel denkst, was siehst Du? Den Moment auf der Bühne? Das fertige Buch in Deinen Händen? Die Zahl auf dem Konto? Das Gefühl, es geschafft zu haben?

Dr. Todd Snyder verweist auf eine Studie der New York University, die zeigt: Wenn Du Dir Dein Ziel intensiv vorstellst, fühlt es sich im Gehirn in gewisser Hinsicht so an, als hättest Du es bereits erreicht. Klingt gut. Hat aber einen Haken. Dieses Gefühl kann Dich davon abhalten, die harte Arbeit tatsächlich zu leisten. Sein Rat: Visualisiere nicht das Ergebnis. Visualisiere die Schritte.

Mike Steib geht einen ähnlichen, aber strukturierteren Weg. Er sagt: Starte mit Deinen großen Lebenszielen. Brich sie herunter auf dieses Jahr. Dann auf diese Woche. Und am Ende auf heute. Deine großen Ziele entscheiden sich nicht in der Zukunft, sondern in dem, was Du heute tust.

Und John Assaraf stellt das romantische Sprichwort infrage: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Er sagt: Nein. Wo ein Wille ist, musst Du erst einen klaren Weg schaffen. Verbringst Du Deine ganze Zeit mit dem Warum, bleibst Du ein Träumer. Verbringst Du Deine ganze Zeit mit dem Wie, bist Du vielleicht beschäftigt; aber womit eigentlich?

Vielleicht liegt genau hier der Punkt. Das Ziel gibt Dir Richtung. Das Warum gibt Dir Energie. Aber nur die konkret geplanten Schritte bringen Dich vorwärts. Nicht das perfekte Vision Board. Nicht die zehnte Podcast-Folge über Motivation. Sondern der eine Anruf. Die eine Seite, die Du schreibst. Das eine Gespräch, das Du suchst.


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Zwischen den Zeilen

Vieles von dem, worüber ich schreibe, findet „zwischen den Zeilen" statt; nicht nur in den offensichtlichen Aussagen, sondern im Nachdenken, Reflektieren und Weiterdenken. In Zitaten, die hängen bleiben. In Gesprächen, die nachklingen. In Gedanken, die auftauchen und im Kopf bleiben.Auch der Slogan bringt das auf den Punkt: „Neue Perspektiven für Menschen mit Zielen.“ Denn darum geht’s mir Woche für Woche: Impulse geben. Denkanstöße liefern. Mut machen, anders zu denken und neue Wege zu gehen.